25. August 2025

100 Tage Barrierefreiheits­stärkungsgesetz – ein Weckruf für Unternehmen

Eine augestreckte Hand hält ein schwebenden Paragraph.
Im Juni 2025 ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft getreten. Für viele Unternehmen war das zunächst nur eine Randnotiz – wieder ein Gesetz mehr, das irgendwo zwischen Compliance und Bürokratie abgehakt werden muss. Doch genau hier liegt der Denkfehler. Das BFSG ist kein bürokratisches Detail. Es ist ein Signal für einen fundamentalen Wandel: Digitale Angebote, Kommunikation und Bewerbungsprozesse müssen so gestaltet sein, dass alle Menschen sie nutzen können. Und das nicht irgendwann, sondern jetzt.

Inhalt

Wo Unternehmen aktuell stehen – und warum das gefährlich ist

Ein kurzer Realitätscheck zeigt: Webseiten sind oft unübersichtlich, nicht für Screenreader geeignet oder voller Barrieren – und damit für Millionen Menschen schlicht nicht nutzbar. Stellenausschreibungen sind häufig so formuliert, dass sie unbeabsichtigt Menschen ausschließen – etwa durch komplizierte Sprache, fehlende Hinweise zur Barrierefreiheit oder stereotype Anforderungsprofile. Und Diversity-Marketing wird vielerorts als Feigenblatt betrieben: Hochglanzbilder, wohlklingende Worte, aber keine Substanz. Die Folgen sind gravierend: Potenzielle Kund:innen und Bewerber:innen wenden sich ab, was die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen erheblich beeinflussen kann. Und nicht zuletzt riskieren Firmen rechtliche Konsequenzen, wenn sie die Anforderungen des BFSG ignorieren. 

Warum Barrierefreiheit und Diversity mehr sind als „nice to have“

Barrierefreiheit und Diversity sind dabei längst keine Sonderthemen für Spezialist:innen. Denn diese Themen betreffen alle Unternehmen, die zukunftsfähig bleiben wollen: 

  • Barrierefreie Webseiten erreichen eine größere Zielgruppe und verbessern gleichzeitig die Erfahrung für alle Nutzer:innen. 
  • Inklusive Recruiting-Prozesse steigern nicht nur die Anzahl der Bewerbungen, sondern auch deren Qualität. Wer Vielfalt in den Bewerbungsprozess integriert, hat die Chance, genau die Talente zu gewinnen, die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit sichern. 
  • Authentisches Diversity-Marketing schafft Vertrauen. Kund:innen, Geschäftspartner:innen und Mitarbeiter:innen spüren sofort, ob Vielfalt nur behauptet oder tatsächlich gelebt wird. 

Kurz gesagt: Wer Barrieren abbaut, gewinnt – rechtlich, wirtschaftlich und menschlich. 

Unsere Veranstaltung: Von der Pflicht zur Chance 

Genau an diesem Punkt setzt unsere Veranstaltung 100 Tage Barrierefreiheitsstärkungsgesetz an, die wir gemeinsam mit der EAA Würzburg und dem Hightech-Unternehmen va-Q-tec organisieren. Am Donnerstag, 9. Oktober 2025, von 14:00 bis 17:00 Uhr in Würzburg zeigen wir, wie Unternehmen die gesetzlichen Anforderungen in greifbare Vorteile umwandeln können. 

Das Programm im Überblick: 

  • Begrüßung durch va-Q-tec 
  • Impulsvortrag: „Die ersten 100 Tage BFSG – Was Unternehmen jetzt wissen und tun sollten“
    Sonja Neidhardt, Geschäftsführerin der compositum Multimedia-Agentur GmbH, erklärt, was das Gesetz konkret bedeutet. Mit Praxisbeispielen zeigt sie, wie barrierefreie Webseiten aussehen, welche Unternehmen betroffen sind und welche Chancen im BFSG stecken. 
  • Workshop 1: Dos & Don’ts im Diversity-Marketing
    Im ersten Workshop lernen die Teilnehmenden, Vielfalt strategisch zu kommunizieren – weg von Klischees, hin zu einer glaubwürdigen und wirksamen Markenbotschaft. 
  • Workshop 2: Vielfalt entdecken – Erfolgreiche Strategien für den inklusiven Bewerbungsprozess
    Im zweiten Workshop wird vermittelt, wie barrierearme Stellenausschreibungen und faire Auswahlverfahren mehr qualifizierte Bewerbungen anziehen. Themen sind u. a. Umgang mit Bewerbungen von Menschen mit Schwerbehinderungen, rechtliche Aspekte und visuelle Gestaltung. 
  • Networking bei Snacks & Drinks 

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die im Unternehmen Verantwortung für Personal, Kommunikation oder Diversity tragen – egal ob Inklusions- oder Diversity-Beauftragte, HR-Verantwortliche, Marketing-Expert:innen oder Geschäftsführende. Ob Sie schon Erfahrung mit Barrierefreiheit haben oder ganz am Anfang stehen: Sie nehmen praxisnahe Tipps, konkrete Tools und neue Perspektiven mit. 

Warum Sie dabei sein sollten 

  • Sie erfahren, was das BFSG wirklich bedeutet – ganz ohne juristischen Fachjargon, sondern praxisnah. 
  • Sie lernen direkt anwendbare Strategien kennen, mit denen Sie Recruiting, Marketing und Unternehmenskultur inklusiver und erfolgreicher gestalten. 
  • Sie erhalten Zugang zu Best Practices und echten Beispielen statt zu abstrakten Theorien. 
  • Sie knüpfen Kontakte zu Expert:innen und Gleichgesinnten, die Diversity und Inklusion in ihren Unternehmen voranbringen. 

Infobox Die Teilnahme ist kostenlos, die Plätze sind jedoch begrenzt. Eine verbindliche Anmeldung unter folgendem Link ist daher erforderlich: https://denkfabrik-diversitaet.de/100-tage-barrierefreiheitsstaerkungsgesetz/

Mathilde Berhault

Antonia Geßlein

Junior Consultant

Ich habe Integrative Gesundheitsförderung studiert und absolviere aktuell meinen Master in Diversitätsmanagement. In meiner Arbeit verbinde ich wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer Diversity-Perspektive, um Strukturen und Prozesse inklusiver und zugänglicher zu gestalten. Mir ist wichtig, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die Menschen und Organisationen gleichermaßen weiterbringen.

Was bedeutet Vielfalt für dich im Arbeitskontext?

"Mich motiviert die Frage, wie Organisationen Rahmenbedingungen schaffen können, in denen unterschiedliche Menschen wirklich gleiche Chancen haben. Fairness bedeutet für mich, strukturelle Barrieren zu erkennen und Entscheidungen so zu gestalten, dass sie transparent, gerecht und für alle zugänglich sind. Gleichzeitig gehört dazu, dass sich Menschen sicher, respektiert und gesund fühlen können."

Pauline Thurn

Pauline Thurn

Senior Consultant

Pauline verfügt über einen Hintergrund in Politikwissenschaft, Soziologie und Diversitätsmanagement. Ihre Masterarbeit im Diversity Controlling hat ihre Perspektive auf Vielfalt in Organisationen geprägt.
Seitdem arbeitet sie an der Schnittstelle von Recruiting und Diversity und legt großen Wert auf faire, transparente und chancengerechte Prozesse. In D&I-Workshops verbindet sie Praxiswissen mit einer
fundierten Diversity-Perspektive.

Was bedeutet Diversität für dich in der Zusammenarbeit mit Menschen?

Diversität bedeutet für mich, Menschen in ihrer ganzen Individualität wahrzunehmen und ihnen mit echter Offenheit, Unvoreingenommenheit und ehrlichem Interesse zu begegnen.
Ich finde es wichtig, unterschiedliche Lebenswege und Hintergründe nicht zu bewerten, sondern wertzuschätzen – gerade dann, wenn sie von gängigen Normen abweichen. Mich treibt an, Barrieren sichtbar zu machen und Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven ernst genommen und respektiert werden. Vielfalt zu fördern und zu leben ist für mich vor allem eine Haltung: aktives Zuhören, Verstehen und gemeinsam wachsen.

Catharina Crasser

Catharina Crasser

Lead Consultant

Catharina Crasser ist Senior Beraterin und Mitgründerin von D² – Denkfabrik Diversität. Ihre Expertise umfasst die aktuelle Diversitätsforschung mit Schwerpunkt Gender sowie die Ausarbeitung von Diversitätskonzepten im Kontext von Intersektionalität. Nach ihrem Bachelorabschluss in Political and Social Studies studierte sie im Masterstudiengang ‚Diversitätsmanagement, Religion und Bildung‘ an der Universität Würzburg. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit in der Denkfabrik ist sie als externe Dozentin für unterschiedliche Seminare in diesem Masterstudiengang tätig.

Was macht deine Arbeit (besonders) interessant?

"Es macht mir Spaß, das Thema auf so viele verschiedene Arten an unterschiedliche Leute heranzutragen. Das Spannende ist, mit Ideen und Methoden an manchen Stellen auf Anklang zu stoßen und an anderen mit einer ähnlichen Idee kläglich zu scheitern. Es geht vor allem darum, die Perspektive meines Gegenübers mit seinen Bedarfen zu verstehen und kreativ passende Konzepte zu entwickeln."

Henning Albers

Henning Albers

Geschäftsführer

Henning hat einen Abschluss als Diplombetriebswirt (FH) mit Schwerpunkten Logistik und Personalmanagement. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in Human Resources in verschiedenen nationalen und internationalen generalistischen Führungsrollen mit Verantwortung für europäische und/oder asiatische Länder. Im Februar 2023 gründete er ALBERS ADVISORY, ein Beratungsunternehmen die umfassende und nachhaltige HR-Lösungen für Unternehmen schafft. Zum 01. Januar 2026 übernahm ALBERS ADVISORY die Denkfabrik Diversität.

Welche Rolle spielt Diversität in deinem Beratungsansatz?

"In dem wir als Brückenbauer verständlich machen, dass Menschen ihr volles Potential ausschöpfen wollen und dieses Potential ganz unterschiedlich und einzigartig ist, schaffen wir Möglichkeiten, wo es vorher vielleicht keine gab. Indem wir dabei helfen, dass Menschen mit ihrem ganzen Ich zur Arbeit kommen können, können sie sich entfalten und so zum langfristigen Erfolg von Unternehmungen beitragen. Verständnis schaffen, neue Perspektiven einbringen, den Menschen in den Mittelpunkt stellen und damit Win-Win Situationen entstehen lassen, treibt mich an."