3. April 2025

Diversity sells – Authentisches Diversity Marketing ohne Shitstorm

Frauen und Männer sind um einen Tisch versammelt. Einige mit Kaffeetasse. Manche sitzend, manche stehend. Es ist ein sichtbar diverses Team das gerade brainstormt.
Unternehmen, die Diversity im Marketing ignorieren, riskieren nicht nur den Verlust potenzieller Kund:innen, sondern auch einen erheblichen Reputationsschaden. In einer zunehmend diversen Gesellschaft erwarten Konsument:innen, dass Markenvielfalt nicht nur anerkennen, sondern aktiv fördern. Wer hingegen stereotypische Darstellungen bedient oder Diversity als bloße PR-Strategie nutzt, läuft Gefahr, Shitstorms zu provozieren. Doch wie gelingt es, Vielfalt glaubwürdig zu kommunizieren und dabei Fallstricke zu vermeiden? Mit der richtigen Strategie kann Diversity Marketing nicht nur authentisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein. In diesem Blogartikel liefern wir Antworten auf die wichtigsten Fragen und zeigen, wie Unternehmen Diversity Marketing strategisch und ohne Shitstorm umsetzen können.

Inhalt

Diversity Marketing: Chancen und Risiken im Überblick

Diversity Marketing bedeutet, die Vielfalt der Gesellschaft in Werbekampagnen und Markenkommunikation bewusst zu berücksichtigen. Dies betrifft nicht nur ethnische Herkunft, Geschlecht oder sexuelle Orientierung, sondern auch andere Diversitätsdimensionen wie Alter, soziale Herkunft oder körperliche Beeinträchtigungen.

Chancen

  • Erweiterung der Zielgruppe: Unternehmen, die diverse Gruppen ansprechen, gewinnen nicht nur neue Mitarbeitende, sondern auch neue Kund:innen und stärken zusätzlich ihre Marke.
  • Authentizität und Vertrauen: Konsument:innen belohnen Unternehmen, die Vielfalt glaubwürdig repräsentieren.
  • Innovationskraft: Unterschiedliche Perspektiven fördern Kreativität und bessere Marketingstrategien.

Risiken 

  • Shitstorms durch ’Fettnäpfchen’: Unreflektierte Kampagnen, die Stereotype reproduzieren, können negative Reaktionen hervorrufen.
  • Vorwürfe von Green-, Pink- oder Rainbowwashing: Wenn Diversity nur als Marketinginstrument zur reinen Außendarstellung genutzt wird, ohne dass D&I intern gelebt wird, kann das Image leiden.

Authentizität als Schlüssel – Glaubwürdigkeit statt Symbolpolitik

Der Schlüssel zu erfolgreichem Diversity Marketing liegt in der Authentizität. Unternehmen sollten nicht nur Vielfalt in ihrer Werbung zeigen, sondern D&I auch intern fördern. Dies beginnt mit inklusiven Unternehmensstrukturen, einer diversen Belegschaft und einer echten Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen. Authentizität im Zusammenhang mit Diversity bedeutet, D&I nicht nur als Marketingmaßnahme zu betrachten, sondern als festen Bestandteil der Unternehmensidentität zu verankern.

Dies erfordert eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen und Herausforderungen diverser Gruppen. Ein klares, sowie Bekenntnis zu echter Veränderung. Dabei sollten langfristige Maßnahmen etabliert werden, die über Werbekampagnen hinausgehen und sich in internen Strukturen, Personalentscheidungen und der Unternehmenskultur widerspiegeln. Unternehmen sollten Diversity nicht nur als kurzfristigen Trend betrachten. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Auswahl der Botschafter:innen. Anstatt auf klischeehafte Inszenierungen zu setzen, sollten Unternehmen authentische Menschen aus der jeweiligen Zielgruppe einbeziehen, um eine glaubwürdige Repräsentation zu gewährleisten. Nur so kann echte Vielfalt glaubwürdig kommuniziert werden.

Erfolgreiche Diversity-Kampagnen: Best Practices bekannter Marken

Dove – „Real Beauty“
Die bekannte Kampagne brach mit gängigen Schönheitsidealen und setzte auf echte Frauen verschiedener Ethnien, Altersgruppen und Körperformen. Die Kampagne wurde zum Vorbild für eine authentische Darstellung in der Werbung. (1)

IKEA – Vielfalt als Unternehmenswert
IKEA setzt nicht nur in Werbekampagnen auf Diversity, sondern auch in internen Unternehmenswerten. So werden LGBTQ+-Themen beispielsweise regelmäßig thematisiert und aktiv unterstützt. (2)

Ben & Jerry’s – „Justice ReMix’d“
Die Eismarke ist bekannt für ihr soziales Engagement. Mit der Kampagne und der gleichnamigen Eissorte „Justice ReMix’d“ setzte sie sich aktiv für soziale Gerechtigkeit und gegen systemischen Rassismus ein. Das Unternehmen nutzte seine Plattform, um politische Veränderungen zu fordern, und arbeitete eng mit Aktivist:innen zusammen, um auf Ungleichheiten aufmerksam zu machen. (3)

Häufige Fehler die Unternehmen vermeiden sollten

  • Stereotype Darstellungen
    Ein häufiger Fehler im Diversity Marketing ist die oberflächliche Repräsentation, die sich auf stereotype Darstellungen stützt. Figuren wie die „starke schwarze Frau“ oder die „exotische Schönheit“ reduzieren Menschen auf Klischees und tragen nicht zu einer authentischen Vielfalt bei. Solche Inszenierungen können gut gemeint sein, führen aber oft dazu, dass echte Lebensrealitäten übergangen werden.
  • Greenwashing, Pinkwashing & Co.
    Wenn Unternehmen sich als divers und inklusiv präsentieren, aber intern keine entsprechenden Maßnahmen umsetzen, wird dies schnell als reine PR-Strategie zur positiven Außendarstellung entlarvt. Ein Beispiel ist das temporäre Ändern des Logos während des Pride Month ohne tatsächliches Engagement für die LGBTQ+- Community.

  • Unbedachte Symbolik
    Werbung mit Diversity-Themen muss sensibel gestaltet sein. So wurde H&M 2018 für ein Werbebild mit einem schwarzen Jungen in einem Pullover mit der rassistischen Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ stark kritisiert.

Wie Unternehmen Diversity authentisch in Ihre Kampagnen integrieren.

Unternehmen, die erfolgreiches Diversity Marketing betreiben möchten, sollten sich intensiv mit den Geschichten und Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden und ihrer Zielgruppen auseinandersetzen. Eine kritische Reflexion ist dabei essenziell, um authentische und wirkungsvolle Botschaften zu vermitteln. Ein zentraler Aspekt ist die direkte Einbindung der betroffenen Communities in die Konzeption und Umsetzung von Kampagnen. Nur so kann sichergestellt werden, dass ihre Perspektiven und Erfahrungen angemessen berücksichtigt werden. Im Workshop „Diversity Marketing“ unterstützt D² – Denkfabrik Diversität Unternehmen dabei, diskriminierungssensibel zu kommunizieren und vielfältige Perspektiven wirksam in ihre Markenbotschaften zu integrieren.

Statt nach Perfektion zu streben, sollten Unternehmen offen und ehrlich kommunizieren, welche Fortschritte sie im Bereich Diversity machen. Authentizität ist dabei wichtiger als eine makellose Außendarstellung. Darüber hinaus darf Diversity nicht als kurzfristiger Marketingtrend verstanden werden. Vielmehr muss D&I als langfristige Strategie in die Unternehmens-DNA integriert werden, um glaubwürdig und nachhaltig zu wirken. Für eine langfristige Integration empfehlen wir unseren Diversity Navigator – ein umfassendes Programm, das Unternehmen dabei unterstützt, Diversität nachhaltig in ihre Marketing- und Unternehmensstrategie einzubinden.

Fazit Diversity Marketing kann Marken nachhaltig stärken, wenn es authentisch und strategisch umgesetzt wird. Unternehmen, die Vielfalt ernst nehmen, profitieren von Loyalität, Glaubwürdigkeit und Innovationskraft. Wichtig ist dabei, Diversity nicht nur als Marketinginstrument zu sehen, sondern als einen integralen Bestandteil der Unternehmensidentität zu verankern. Nur wer echte Vielfalt lebt und langfristig fördert, wird in der heutigen Gesellschaft als authentisch und zukunftsorientiert wahrgenommen.

Wenn Sie erfahren möchten, wie Sie Diversity Marketing strategisch und authentisch in Ihrem Unternehmen umsetzen, dann nehmen Sie an unserem Diversity Marketing Workshop teil. Hier erhalten Sie praxisnahe Tipps und lernen wie Sie ihre interne und externe Kommunikation nachhaltig und glaubwürdig auszurichten.

Quellenangaben: (1) https://www.dove.com/dach/stories/campaigns/real-beauty-pledge.html

(2) https://www.ikea.com/de/de/this-is-ikea/community-engagement/idahotb-2024-unterstuetzung-pub9eaedea0/

(3) https://www.benjerry.com/whats-new/2019/09/introducing-justice-remixd

Mathilde Berhault

Antonia Geßlein

Junior Consultant

Ich habe Integrative Gesundheitsförderung studiert und absolviere aktuell meinen Master in Diversitätsmanagement. In meiner Arbeit verbinde ich wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer Diversity-Perspektive, um Strukturen und Prozesse inklusiver und zugänglicher zu gestalten. Mir ist wichtig, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die Menschen und Organisationen gleichermaßen weiterbringen.

Was bedeutet Vielfalt für dich im Arbeitskontext?

"Mich motiviert die Frage, wie Organisationen Rahmenbedingungen schaffen können, in denen unterschiedliche Menschen wirklich gleiche Chancen haben. Fairness bedeutet für mich, strukturelle Barrieren zu erkennen und Entscheidungen so zu gestalten, dass sie transparent, gerecht und für alle zugänglich sind. Gleichzeitig gehört dazu, dass sich Menschen sicher, respektiert und gesund fühlen können."

Pauline Thurn

Pauline Thurn

Senior Consultant

Pauline verfügt über einen Hintergrund in Politikwissenschaft, Soziologie und Diversitätsmanagement. Ihre Masterarbeit im Diversity Controlling hat ihre Perspektive auf Vielfalt in Organisationen geprägt.
Seitdem arbeitet sie an der Schnittstelle von Recruiting und Diversity und legt großen Wert auf faire, transparente und chancengerechte Prozesse. In D&I-Workshops verbindet sie Praxiswissen mit einer
fundierten Diversity-Perspektive.

Was bedeutet Diversität für dich in der Zusammenarbeit mit Menschen?

Diversität bedeutet für mich, Menschen in ihrer ganzen Individualität wahrzunehmen und ihnen mit echter Offenheit, Unvoreingenommenheit und ehrlichem Interesse zu begegnen.
Ich finde es wichtig, unterschiedliche Lebenswege und Hintergründe nicht zu bewerten, sondern wertzuschätzen – gerade dann, wenn sie von gängigen Normen abweichen. Mich treibt an, Barrieren sichtbar zu machen und Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven ernst genommen und respektiert werden. Vielfalt zu fördern und zu leben ist für mich vor allem eine Haltung: aktives Zuhören, Verstehen und gemeinsam wachsen.

Catharina Crasser

Catharina Crasser

Lead Consultant

Catharina Crasser ist Senior Beraterin und Mitgründerin von D² – Denkfabrik Diversität. Ihre Expertise umfasst die aktuelle Diversitätsforschung mit Schwerpunkt Gender sowie die Ausarbeitung von Diversitätskonzepten im Kontext von Intersektionalität. Nach ihrem Bachelorabschluss in Political and Social Studies studierte sie im Masterstudiengang ‚Diversitätsmanagement, Religion und Bildung‘ an der Universität Würzburg. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit in der Denkfabrik ist sie als externe Dozentin für unterschiedliche Seminare in diesem Masterstudiengang tätig.

Was macht deine Arbeit (besonders) interessant?

"Es macht mir Spaß, das Thema auf so viele verschiedene Arten an unterschiedliche Leute heranzutragen. Das Spannende ist, mit Ideen und Methoden an manchen Stellen auf Anklang zu stoßen und an anderen mit einer ähnlichen Idee kläglich zu scheitern. Es geht vor allem darum, die Perspektive meines Gegenübers mit seinen Bedarfen zu verstehen und kreativ passende Konzepte zu entwickeln."

Henning Albers

Henning Albers

Geschäftsführer

Henning hat einen Abschluss als Diplombetriebswirt (FH) mit Schwerpunkten Logistik und Personalmanagement. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in Human Resources in verschiedenen nationalen und internationalen generalistischen Führungsrollen mit Verantwortung für europäische und/oder asiatische Länder. Im Februar 2023 gründete er ALBERS ADVISORY, ein Beratungsunternehmen die umfassende und nachhaltige HR-Lösungen für Unternehmen schafft. Zum 01. Januar 2026 übernahm ALBERS ADVISORY die Denkfabrik Diversität.

Welche Rolle spielt Diversität in deinem Beratungsansatz?

"In dem wir als Brückenbauer verständlich machen, dass Menschen ihr volles Potential ausschöpfen wollen und dieses Potential ganz unterschiedlich und einzigartig ist, schaffen wir Möglichkeiten, wo es vorher vielleicht keine gab. Indem wir dabei helfen, dass Menschen mit ihrem ganzen Ich zur Arbeit kommen können, können sie sich entfalten und so zum langfristigen Erfolg von Unternehmungen beitragen. Verständnis schaffen, neue Perspektiven einbringen, den Menschen in den Mittelpunkt stellen und damit Win-Win Situationen entstehen lassen, treibt mich an."