1. Oktober 2024

Inklusion im Home-Office – Kann das funktionieren?

Auf dem Bild sieht man ein Homeoffice-Arbeitsplatz.
In unserer modernen und sich wandelnden Arbeitswelt finden auch immer mehr flexible Arbeitsmodelle ihren Platz. An erster Stelle steht hier spätestens seit der globalen Corona-Pandemie die Arbeit im Home-Office. Auch andere Konzepte wie sogenannte Workations, bei denen Arbeiten und Remote-Arbeit kombiniert werden, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Mit dem Angebot flexibler Arbeitsmodelle können Unternehmen profitieren, in dem eine verbesserte Work-Life-Balance gewährleistet und Mitarbeiter:innen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erheblich erleichtert wird. Das Ergebnis – die Flexibilität steigern das Wohlbefinden, die Mitarbeiterzufriedenheit und damit auch die Produktivität.

Gleichzeitig bringen neue Arbeitsmodelle auch neue Herausforderungen mit sich: Workflows müssen angepasst werden, die Kommunikation verändert sich und auch die Produktivität kann darunter leiden, sobald Kolleg:innen im Home-Office das Gefühl haben, nicht in Prozesse und Entscheidungen involviert zu werden – eben nur, weil sie nicht vor Ort im Betrieb arbeiten, sondern im eigenen Zuhause. Wie steht es nun mit der Inklusion im Home-Office, also der Förderung einer Teilhabe aller Mitarbeiter:innen, wenn ein Teil der Belegschaft teilweise oder vollständig im Home-Office arbeitet? Oder anders gefragt: Inklusion im Home-Office – kann das überhaupt funktioniert? Dieser Blog-Artikel beleuchtet zentrale Strategien und Maßnahmen, um flexible Arbeitsmodelle wie Home-Office so erfolgreich wie möglich in Unternehmen zu integrieren und die Mitarbeiterzufriedenheit durch eine inklusive Führung effektiv zu steig

Inhalt

Technische Ausstattung & Barrierefreiheit

Die wichtigste Voraussetzung für eine aktive Teilhabe im Home-Office ist geeignete Hardware und Software. Zur Grundausstattung zählen ein Computer oder Laptop mit Bildschirm, Tastatur und Maus. Ebenso notwendig sind ein Highspeed-Internet-Anschluss und gegebenenfalls ein Telefon mit Headset. Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter:innen bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes unterstützen. Ein eigenes Arbeitszimmer ohne Ablenkung ist ideal. Ein Schreibtisch und ein ergonomischer Stuhl tragen zu einem angenehmen Arbeitsklima bei. Je nach Bedarf können zusätzliche Tools mit Barrierefreiheitsfunktionen genutzt werden. Dazu gehören Screenreader oder Untertitelungen, um die Teilhabe und Arbeitsfähigkeit zu unterstützen. Unternehmen sollten regelmäßige Schulungen zu diesen Tools anbieten. Außerdem ist es wichtig, die Ausstattung der Mitarbeiter:innen kontinuierlich zu prüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren.

Inklusive Kommunikation, Teamgeist & flexible Unterstützung

Für eine inklusive Kommunikation sollten verschiedene Kanäle genutzt werden. Dazu gehören Video, Chat, Telefon und E-Mail. Sie sollten an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen angepasst werden. Regelmäßige Check-Ins, Feedbackrunden und virtuelle Pausen fördern die interne Kommunikation. Auch der Teamgeist bleibt so erhalten, selbst außerhalb digitaler Business-Meetings. Virtuelle Teambuilding-Aktivitäten und soziale Events stärken das Zugehörigkeitsgefühl. Beispiele dafür sind Online-Kochkurse, gemeinsames Yoga oder digitale Lagerfeuer.

Flexible Arbeitszeiten spielen im Home-Office eine entscheidende Rolle. Unternehmen sollten entweder ganz oder gar nicht auf flexible Modelle setzen. Mitarbeiter:innen benötigen Handlungsspielraum, um Care-Aufgaben in den Alltag zu integrieren. Das erfordert Vertrauen von den Führungskräften. Bei einer erfolgreichen Umsetzung steigert es jedoch die Produktivität. Arbeiten Mitarbeiter:innen zu lange, sollten Führungskräfte sensibel reagieren. Sie können unterstützende Ressourcen anbieten, etwa über das betriebliche Gesundheitsmanagement. Auch Online-Schulungen zum Thema „Inklusives Arbeiten“ sind hilfreich.

Weiterbildung & Monitoring

Inklusive Ansätze sollten in Schulungs- und Weiterbildungskonzepte integriert werden. So werden alle Mitarbeiter:innen für das Thema Inklusion sensibilisiert – egal, ob sie im Betrieb oder im Home-Office arbeiten. Regelmäßige Workshops klären über Risiken, Chancen und positive Auswirkungen auf. Besonders Führungskräfte sollten als Vorbilder ein inklusives Mindset vorleben. Die Effekte aller Inklusionsmaßnahmen sollten durch regelmäßiges Monitoring überprüft werden. Dazu kann das Feedback der Mitarbeiter:innen eingeholt werden. Unternehmen können ihre Strategien entsprechend anpassen. Es hilft, messbare Inklusionsziele festzulegen. Dazu gehören beispielsweise „Zugang zu Ressourcen“, „Teilnahme an Online-Schulungen“ oder „Karrierechancen“.

Lesen Sie hierzu passend unseren Blogbeitrag: Herausforderungen und Chancen für die Vielfalt in einer zunehmend virtuellen Arbeitswelt

Fazit Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, und flexible Arbeitsmodelle wie Home-Office und Workations haben Einzug in viele Unternehmen gehalten. Diese Flexibilität bringt zahlreiche Vorteile, insbesondere eine bessere Work-Life-Balance, die zu gesteigerter Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität führt. Die erfolgreiche Umsetzung von Inklusion im Home-Office erfordert gezielte Strategien. Dazu zählen die Bereitstellung der notwendigen technischen Ausstattung und barrierefreier Tools, eine inklusive Kommunikation und eine flexible Arbeitszeitgestaltung, um eine uneingeschränkte Teilnahme am Arbeitsalltag zu ermöglichen und den Teamgeist zu stärken. Mit dem Angebot interaktiver Schulungen und der Setzung messbarer Inklusionsziele können Unternehmen sicherstellen, dass alle Mitarbeiter:innen – ob im Büro oder im Home-Office – die gleichen Chancen und Unterstützung erhalten. Inklusion im Home-Office kann also dann funktionieren, wenn Unternehmen bewusst und proaktiv auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter:innen eingehen und die richtigen Maßnahmen ergreifen.

Sie haben Fragen zu konkreten Maßnahmen für mehr Inklusion im Home-Office? Die D²-Expert:innen beraten Sie gerne persönlich.

Mathilde Berhault

Antonia Geßlein

Junior Consultant

Ich habe Integrative Gesundheitsförderung studiert und absolviere aktuell meinen Master in Diversitätsmanagement. In meiner Arbeit verbinde ich wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer Diversity-Perspektive, um Strukturen und Prozesse inklusiver und zugänglicher zu gestalten. Mir ist wichtig, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die Menschen und Organisationen gleichermaßen weiterbringen.

Was bedeutet Vielfalt für dich im Arbeitskontext?

"Mich motiviert die Frage, wie Organisationen Rahmenbedingungen schaffen können, in denen unterschiedliche Menschen wirklich gleiche Chancen haben. Fairness bedeutet für mich, strukturelle Barrieren zu erkennen und Entscheidungen so zu gestalten, dass sie transparent, gerecht und für alle zugänglich sind. Gleichzeitig gehört dazu, dass sich Menschen sicher, respektiert und gesund fühlen können."

Pauline Thurn

Pauline Thurn

Senior Consultant

Pauline verfügt über einen Hintergrund in Politikwissenschaft, Soziologie und Diversitätsmanagement. Ihre Masterarbeit im Diversity Controlling hat ihre Perspektive auf Vielfalt in Organisationen geprägt.
Seitdem arbeitet sie an der Schnittstelle von Recruiting und Diversity und legt großen Wert auf faire, transparente und chancengerechte Prozesse. In D&I-Workshops verbindet sie Praxiswissen mit einer
fundierten Diversity-Perspektive.

Was bedeutet Diversität für dich in der Zusammenarbeit mit Menschen?

Diversität bedeutet für mich, Menschen in ihrer ganzen Individualität wahrzunehmen und ihnen mit echter Offenheit, Unvoreingenommenheit und ehrlichem Interesse zu begegnen.
Ich finde es wichtig, unterschiedliche Lebenswege und Hintergründe nicht zu bewerten, sondern wertzuschätzen – gerade dann, wenn sie von gängigen Normen abweichen. Mich treibt an, Barrieren sichtbar zu machen und Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven ernst genommen und respektiert werden. Vielfalt zu fördern und zu leben ist für mich vor allem eine Haltung: aktives Zuhören, Verstehen und gemeinsam wachsen.

Catharina Crasser

Catharina Crasser

Lead Consultant

Catharina Crasser ist Senior Beraterin und Mitgründerin von D² – Denkfabrik Diversität. Ihre Expertise umfasst die aktuelle Diversitätsforschung mit Schwerpunkt Gender sowie die Ausarbeitung von Diversitätskonzepten im Kontext von Intersektionalität. Nach ihrem Bachelorabschluss in Political and Social Studies studierte sie im Masterstudiengang ‚Diversitätsmanagement, Religion und Bildung‘ an der Universität Würzburg. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit in der Denkfabrik ist sie als externe Dozentin für unterschiedliche Seminare in diesem Masterstudiengang tätig.

Was macht deine Arbeit (besonders) interessant?

"Es macht mir Spaß, das Thema auf so viele verschiedene Arten an unterschiedliche Leute heranzutragen. Das Spannende ist, mit Ideen und Methoden an manchen Stellen auf Anklang zu stoßen und an anderen mit einer ähnlichen Idee kläglich zu scheitern. Es geht vor allem darum, die Perspektive meines Gegenübers mit seinen Bedarfen zu verstehen und kreativ passende Konzepte zu entwickeln."

Henning Albers

Henning Albers

Geschäftsführer

Henning hat einen Abschluss als Diplombetriebswirt (FH) mit Schwerpunkten Logistik und Personalmanagement. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in Human Resources in verschiedenen nationalen und internationalen generalistischen Führungsrollen mit Verantwortung für europäische und/oder asiatische Länder. Im Februar 2023 gründete er ALBERS ADVISORY, ein Beratungsunternehmen die umfassende und nachhaltige HR-Lösungen für Unternehmen schafft. Zum 01. Januar 2026 übernahm ALBERS ADVISORY die Denkfabrik Diversität.

Welche Rolle spielt Diversität in deinem Beratungsansatz?

"In dem wir als Brückenbauer verständlich machen, dass Menschen ihr volles Potential ausschöpfen wollen und dieses Potential ganz unterschiedlich und einzigartig ist, schaffen wir Möglichkeiten, wo es vorher vielleicht keine gab. Indem wir dabei helfen, dass Menschen mit ihrem ganzen Ich zur Arbeit kommen können, können sie sich entfalten und so zum langfristigen Erfolg von Unternehmungen beitragen. Verständnis schaffen, neue Perspektiven einbringen, den Menschen in den Mittelpunkt stellen und damit Win-Win Situationen entstehen lassen, treibt mich an."